Im Herbst 2023 war es wieder so weit: Gemeinsam wollten wir Trier erkunden – natürlich mit Hauptaugenmerk auf das Trier der Römerzeit.
Tag 1 – Der Tag, an dem wir 14 Stunden Zug fuhren
Am ersten Tag der Trier-Exkursion trafen wir uns um 5.50 Uhr morgens am Bahnhof. Noch viel zu müde sind wir 20 Minuten später, nachdem Herr Rasche uns beigebracht hatte, wie man auf Latein zählt, in den ersten Zug eingestiegen. Insgesamt sind wir dreimal umgestiegen, bis wir schließlich gegen 19.30 Uhr in Trier am Hauptbahnhof ankamen, von dem wir uns auf den Weg zu unserer Jugendherberge machten. Allerdings hielten wir noch kurz an der Porta Nigra an, wo Herr Rasche uns bereits einige Informationen zu dem Gebäude gab. Um 20 Uhr trafen wir dann in der Jugendherberge ein, wo wir noch schnell zu Abend aßen und danach relativ schnell schlafen gingen, um uns von der anstrengenden Zugfahrt zu erholen.
(Leonard Baumann, Klasse 11)
Tag 2 – Der Tag, an dem wir über Einbruch nachdachten und einen Kessel aus dem Fenster warfen
Nachdem der gestrige Tag uns alle gerädert hatte, gingen wir nur widerwillig um 7.30 Uhr zum Frühstück. Um 8.30 Uhr trafen wir uns zu unserer ersten Besprechung im Seminarraum und lernten Trier via Zeitstrahl kennen. Direkt im Anschluss daran wanderten wir von der Jugendherberge los Richtung Innenstadt, durch die Porta Nigra (das Wahrzeichen Triers) zum Marktplatz. Dort schauten wir uns allerlei Gebäude und Kirchen, eine Säule und einen Brunnen mit lateinischen Inschriften an, die wir natürlich auch übersetzten. Es stellte sich außerdem ein Mann zu uns, der anscheinend ein Stadtführer war, und ergänzte Herrn Rasches Ausführungen. Wir kamen außerdem am Drei-Königen-Haus vorbei, bei dem wir uns über die im ersten Stock gelegene Eingangstür wunderten. Wir erfuhren, dass dies Einbrecher fernhalten sollte, indem man die dort angestellte Leiter ins Innere zog, und diskutierten über Methoden, doch dort einbrechen zu können. Nach diesen lehrreichen Eindrücken gingen wir in die Mittagspause und erkundeten in Kleingruppen die Stadt. Am Ende der Mittagspause warteten wir im Regen bei der Porta Nigra auf den Beginn unserer Erlebnisführung. Ein Zenturio nahm uns in die römische Armee auf und zeigte uns die Verteidigungsmaßnahmen der Stadt. Neben großen Steinen, die wir auf die Barbaren warfen, die das Stadttor erobern wollten, kippte Herr Rasche mithilfe einer anderen Frau einen Kessel voll heißem Öl von der Brücke und beide warfen versehentlich den Kessel gleich hinterher. (Alles nur geschauspielert, versteht sich.) Nach dieser erlebnisreichen Führung liefen wir in die Innenstadt, besichtigten die Konstantinbasilika an, gingen am Karl-Marx-Haus vorbei und warfen einen Blick hinunter von der Römerbrücke, der ältesten Brücke, auf die Mosel. Anschließend gingen wir an der Mosel entlang zurück zur Jugendherberge und spielten dort Tischtennis, bis es Abendessen gab. Um 21.00 Uhr trafen wir uns zur Auswertung des ersten Tages erneut im Seminarraum. Danach verschwanden alle in ihren Zimmern und der erste erlebnisreiche Tag ging zu Ende.
(Johanna Fernkorn, Klasse 12)






Tag 3 – Der Tag, an dem die Toten zu uns sprachen und wir einem Gladiator applaudierten
Nach unserem alltäglichen Treffen im Seminarraum, bei dem wir etwas über die Geschichte von Trier gelernt haben und den Tagesablauf besprochen haben, begaben wir uns gegen 8.45 Uhr auf den Weg zu den Kaiserthermen. Dort angelangt, durften wir uns in Kleingruppen selbst ein Bild von den Überresten der Therme mit ihren unterirdischen Gängen machen. Danach ging es für uns ins Rheinische Landesmuseum, wo wir erstmal eine kleine Führung von Herrn Rasche bekamen und uns daraufhin mit Hilfe einiger Arbeitsblätter die einzelnen Exponate nochmal genauer anschauten und einige Kleinigkeiten entdeckten, die uns so vorher noch nicht aufgefallen waren. Um 13 Uhr hatten wir dann Mittagspause, die wir nutzten, um uns zu stärken oder einen kleinen Spaziergang zu machen und uns die Umgebung etwas näher anzusehen. Um 14.30 Uhr versammelten wir uns wieder vor dem Landesmuseum, wo wir an einer Multimediashow zum Thema „Im Reich der Schatten“ teilnahmen, bei der mittels Licht Bilder und Grabsteine zum Leben erweckt wurden und uns ihre Geschichte erzählten. Am späten Nachmittag führte uns unser Weg ins Amphitheater, das wir zuerst selbst erkundeten, wobei wir es uns auch nicht nehmen ließen, uns auf den Grünflächen etwas auszuruhen. Ein weiteres Highlight dieser Fahrt war die Erlebnisführung im Amphitheater durch den „Gladiator Valerius“, der uns bildhaft veranschaulichte, wie das Leben und die Kämpfe eines Gladiators aussahen und wie man überhaupt Gladiator wurde. Um 19 Uhr waren wir pünktlich zum Abendessen zurück in der Jugendherberge und ließen den Abend mit einer Auswertung des Tages im Seminarraum ausklingen.
(Lena Wagenknecht, Klasse 11)





Tag 4 – Der Tag, an dem wir zuerst unter die Erde stiegen, Fleischfresser, ein Schneewittchen und Stilsalat kennenlernten und abends einen Berg erklommen
Der letzte richtige Tag unserer Trier-Exkursion begann wie auch die Tage zuvor mit dem Frühstück. Außerhalb der römischen Stadtmauer und nördlich der Porta Nigra haben die antiken „Treverer” ihre Toten in der heute genannten Reichsabtei St. Maximin beerdigt. Morgens gingen wir zu ebendieser; der Legende nach wurde das Kloster durch den Bischof Maximin von Trier im 4. Jahrhundert gegründet. Bis heute ist noch das Eingangsportal und die Kirche aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben; letztere wird heute als Sporthalle einer Privatschule und als Konzerthalle genutzt.
Unterhalb von St. Maximin kann man das antike Gräberfeld besichtigen, sehr viele Grabplatten mit Inschriften und Sarkophage sind dort erhalten geblieben. Übrigens stammt der Begriff Sarkophag vom altgriechischen Wort σαρκοφάγος ab, was auf Deutsch so viel wie „Fleisch fressend“ bedeutet. Die ältesten Sarkophage, welche dort zu sehen sind, stammen aus dem 2. Jahrhundert und wurden teilweise als Fundamente für die heutige Kirche benutzt. Zwischen vielen alten Grabsteinen wurde ein Sarkophag im Zuge der Ausgrabungen mit Glas gestaltet, sodass man hineinsehen kann; dort liegt das sogenannte „Schneewittchen“, eine Frau, welche mit einem Purpurkleid begraben wurde. Unsere Reiseführerin Frau Rautert meinte, dass die Frau vermutlich recht reich gewesen sei, denn Purpur war früher wie heute teuer, und auch grundsätzlich in St. Maximin begraben zu werden war kostbar.

Die Führung ging weiter im Dom, welcher von unserer Reiseführerin als Stilsalat bezeichnet wurde. Dies liegt daran, dass der Dom sich aus Baugliedern verschiedener Jahrhunderte zusammensetzt, die einzelnen Phasen reichen vom 4. bis ins 18. Jahrhundert.


Am besten sieht man die verschiedenen vertretenen Stile in der Windstraße an der Nordseite des Doms. Zu erkennen sind viele verschiedene Bauarten aus ihren jeweiligen Epochen. Von der Vorderseite des Doms ausgehend befindet sich rechts die Liebfrauenkirche, eine gotische Kirche gebaut auf römischem Fundament.
Auf der linken Seite der Mosel liegt der Markusberg, welchen wir abschließend nachmittags bestiegen. Die Sicht auf die Stadt war wunderschön, dabei haben wir Sehenswürdigkeiten wie die Porta Nigra, die Kaiserthermen und die Konstantinbasilika aus weiterer Entfernung betrachten können. Übrigens wurde die Mariensäule 1866 eingeweiht und galt als katholische Machtdemonstration, um Protestanten zu zeigen, welche Konfession in Trier weiterhin dominieren sollte.
(Maja Jasaite, Klasse 12)



Tag 5 – Der Tag, an dem wir viel zu früh in den Zug stiegen
Es schlug noch nicht mal die sechste Stunde des Tages, als wir aufstanden und unsere restlichen Sachen packten. Nach einer letzten kurzen Frühstückseinheit wurden die Zimmerkarten abgegeben und wir begaben uns Richtung Bahnhof. Zum Glück kam der Zug pünktlich und wir kamen rechtzeitig in Koblenz an. Dort stiegen wir in den Zug Richtung Köln, wo wir, als wir ankamen, noch 1,5 Stunden Zeit hatten zum Essen und auch um den Dom zu besichtigen, der direkt am Bahnhof liegt. Von Köln aus hatten wir einen Zug, der bis nach Stralsund fuhr. Also war es elementar, dass dieser nicht ausfiel. Aber wir brauchten uns keine Sorgen zu machen, mit 5min Verspätung fuhr der ICE ein. Jetzt lag die längste Fahrt vor uns, die wir aber mit viel Spaß, Essen und Freude überstanden. Dabei konnte Herr Rasche auch seine Skatfähigkeiten beweisen, als er mit Bravour gewann. Wir kamen in Stralsund an und dann hieß es nur noch in den Zug via Greifswald steigen. 21.48 Uhr kamen wir pünktlich dort an und freuten uns, endlich diese anstrengende und lange Zugfahrt überstanden zu haben, dachten aber noch sehr lange über diese tolle und interessante Fahrt nach.
(Lucas Jülich, Klasse 12)
Fotos von L. Jülich und C. Lenz